

„Zertifikatsfamilie - Qualitätssiegel Geriatrie“
- zertifizierte Qualität in der Geriatrie

Mit dem Ausbau des im Jahre 2005 als sogenanntes Add-On erfolgreich
eingeführten "Qualitätssiegels Geriatrie" zu einem Vollzertifikat setzt
der Bundesverband Geriatrie e.V. seine "Qualitätsoffensive" bei der geriatrischen
Versorgung fort. Das Qualitätssiegel beruht auf der Norm ISO 9001 und ist
sowohl von Rehabilitationseinrichtungen wie auch im Bereich der akut-geriatrischen
Versorgung anwendbar. Es stellt den neuen bundesweiten Qualitätsstandard
in der Geriatrie dar. Zur Erlangung des bisherigen Qualitätssiegels Geriatrie
musste die jeweilige Einrichtung bereits über ein allgemeines Zertifikat
(z.B. nach KTQ, ISO 9001 oder EQFM) verfügen. Darauf aufbauend überprüfte
das Qualitätssiegel Geriatrie "Add On" speziell die Geriatriespezifika.
Dieses Add-On Zertifikat, welches weiterhin angeboten wird, wird jetzt um
ein Vollzertifikat ergänzt. Zukünftig ist es möglich, direkt - ohne vorher
ein Grundzertifikat er-werben zu müssen - die eigene Einrichtung umfassend
unter geriatriespezifischen Aspekten zertifizieren lassen. Es werden somit
die allgemeinen Kriterien der ISO 9001 ergänzt um die spezifischen Qualitätsmerkmale
aus dem Bereich der Geriatrie in einem Verfahren zertifiziert. Der Bundesverband
Geriatrie und die Firma EQ ZERT, die als Zertifizierungsstelle das entsprechende
Fachwissen in diesem Bereich mit einbringen konnte und hinsichtlich der
späteren Zertifizierungsverfahren über die notwendige Unabhängigkeit verfügt,
haben ein Zertifizierungsverfahren "Qualitätssiegel Geriatrie" in drei verschiedenen
Ausführungen für geriatrische Einrichtungen entwickelt.
Varianten des Qualitätssiegels Geriatrie:
| Akutkliniken |
Eigenständiges und vollständiges Zertifizierungsverfahren
|
| Rehabilitationseinrichtungen |
| "Add-On" für Akutkliniken und Rehabilitationseinrichtungen
|
Ergänzendes Zertifizierungsverfahren |
Qualitätssiegel Geriatrie:
Ende 2003 verstärkte sich der Trend, dass auch im Bereich des Gesundheitssystems
immer mehr Qualitätssiegel oder ähnliche Zertifizierungssysteme etabliert wurden.
Um diese Art der Qualitätssicherung und Qualitätsdokumentation auch für den Bereich
der Geriatrie zu eröffnen, beschloss der Bundesverband gemeinsam mit den beiden
medizinischen Fach-gesellschaften Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und
Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) ein einheitliches
Zertifikat für den Bereich der Geriatrie zu entwickeln. Nach Einarbeitung der
Pilotphasenergebnisse wurde im Sommer 2005 eine Auditcheckliste "Add-On" erstellt,
die von den Vorständen bzw. Präsidien der beteiligten Fachverbände verabschiedet
wurde. Im Herbst 2005 fanden die ersten Auditverfahren des Add-On Qualitätssiegels
Geriatrie im Regelbetrieb statt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes
am 15. November 2005 in Lingen erfolgte die Übergabe der ersten Zertifikate. Diese
wurden an die geriatrischen Einrichtungen in Osnabrück, Ulm, Bremen und Hofgeismar
verliehen. Um hohe Qualitätsstandards in der geriatrischen Versorgung abzubilden,
zu fördern, auszubauen und zugleich den engagierten Einsatz des hochqualifizierten
Personals im Bereich der Qualitätssicherung zu würdigen, wurde das Qualitätssiegel
mit dem Ziel, ein eigenständiges Zertifizierungsverfahren in der Geriatrie zu
erhalten erweitert. Mit dem Ausbau des Qualitätssiegels im Jahr 2009 und der Einführung
eines eigenständigen Zertifizierungsverfahrens wird die "Geriatrie-Zertifikatsfamilie"
komplettiert. Seit Oktober 2009 steht die Zertifikatsfamilie "Qualitätssiegels
Geriatrie" als Zertifikat für geriatrische Einrichtungen zur Verfügung. Im Rahmen
der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes am 26. November 2009 in Frankfurt
am Main erfolgte die Übergabe des ersten Zertifikates nach den neuen Vorgaben.
Anerkennung des Qualitätssiegels Geriatrie durch
die BAR
Im April 2010 wurde das Zertifizierungsverfahren, gemäß der Vereinbarung
zum internen Qualitätsmanagement nach § 20 Abs. 2a SGB IX von der
Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) anerkannt.
Ziele der Zertifizierung
In den letzten Jahren, insbesondere in der Zeit zwischen 2000 und 2004 gab es
vermehrt Ansätze, bestehende Zertifizierungsverfahren anderer medizinischer
Indikationsbereiche auf das Gebiet der Geriatrie auszuweiten bzw. die Qualitätssicherung
an einzelnen, regional bestehenden Gegebenheiten auszurichten. Beide Ansätze
konnten für die Geriatrie in ihrer Gesamtheit keine Lösungen darstellen. Vielmehr
waren sich alle Beteiligten über das Ziel einig, einen bundesweiten Zertifizierungsstandard
aus der Mitte der bundesdeutschen Geriatrie heraus zu entwickeln. Dieses Ziel
konnte bereits mit der Ausgestaltung des "Add-On" sowie mit dem jetzigen weiter
entwickelten Zertifizierungsverfahren erreicht werden.
Das Qualitätssiegel Geriatrie ist das einzige Zertifikat im Bereich der Geriatrie,
- welches ohne Einschränkung hinsichtlich des zugrunde liegenden Versorgungsver-trages
für alle Arten von geriatrischen Einrichtungen gilt (sowohl für Einrichtungen
mit Versorgungsvertrag nach § 109 SGB V, als auch einem Vertrag gemäß § 111
SGB V).
- dass von allen geriatrischen Fachgesellschaften sowie der Trägergesellschaft
der geriatrischen Einrichtungen getragen und anerkannt wird.
- dass von einem externen und unabhängigen Zertifizierer vergeben wird.
- welches die speziellen Versorgungsstrukturen in der Geriatrie bundesweit
berücksichtigt (z.B. keine speziellen EDV-Lösungen voraussetzt).
- in dem die Praxiserfahrungen der geriatrischen Einrichtungen aller Bundesländer
im Rahmen eines zweijährigen Entwicklungsprozesses eingeflossen sind.
Eine Zertifizierung macht nur Sinn, wenn durch sie die Qualität in den Einrichtungen
gesichert bzw. mittelfristig weiter angehoben werden kann. Zur Entwicklung dieser
Qualitätsziele ist jedoch eine umfassende Kenntnis sowohl der medizinischen Anforderungen
und insbesondere auch der bestehenden heterogenen Versorgungsstrukturen in den
16 Bundesländern unabdingbar. Vor diesem Hintergrund konnte eine sinnvolle Gestaltung
des Qualitätszertifikats in der Geriatrie nur auf der breiten Basis der beteiligten,
bundesweit organisierten Fachverbände erreichbar sein. Ein signifikantes Beispiel
sind dabei die in den Auditchecklisten entwickelten Strukturvorgaben, die als
neue, einheitliche Strukturstandards in der Geriatrie angesehen werden können.
Variante 1: Qualitätssiegel Geriatrie für
Akutkliniken
Das "Qualitätssiegel Geriatrie für Akutkliniken" berücksichtigt vollständig
die Anforderungen der ISO 9001. Des Weiteren werden spezifische Anforderungen
an die akut-geriatrische Versorgung berücksichtigt. Das Zertifizierungsverfahren
richtet sich sowohl an die Einrichtungen der stationären Versorgung als auch
an Einrichtungen, die zusätzlich teilstationäre Leistungen anbieten.
Variante 2: Qualitätssiegel Geriatrie für
Rehabilitationseinrichtungen
Das "Qualitätssiegel Geriatrie für Rehakliniken" berücksichtigt vollständig
die Anforderungen der ISO 9001. Des Weiteren werden spezifische Anforderungen
an die akut-geriatrische Versorgung berücksichtigt. Das Zertifizierungsverfahren
richtet sich sowohl an die Einrichtungen der stationären Versorgung als auch
an Einrichtungen, die zusätzlich teilstationäre Leistungen anbieten.
Variante 3: Qualitätssiegel Geriatrie Add-On
Das "Qualitätssiegel Geriatrie für Akutkliniken und Rehakliniken" berücksichtigt
vollständig die Anforderungen der ISO 9001. Des Weiteren werden spezifische
Anforderungen an die akut-geriatrische Versorgung berücksichtigt. Das Zertifizierungsverfahren
richtet sich sowohl an die Einrichtungen der stationären Versorgung als auch
an Einrichtungen, die zusätzlich teilstationäre Leistungen anbieten.
Verfahren
Der Ablauf des Verfahrens im Überblick:
|
Unverbindliche Informationen zum Zertifizierungsverfahren
und zu den entsprechenden Kosten |
|
Vertrag zum Zertifizierungsverfahren und Auswahl des Auditteams
durch die Zertifizierungsstelle |
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Um den Stand des Qualitätsmanagementsystems bezüglich der
Zertifizierung abzuschätzen, kann ein individuelles Vorgespräch oder ein
Voraudit in der Organisation durchgeführt werden. |
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Prüfung des QM-Handbuchs sowie ggf. weiter-führender Regelungen.
Das Ergebnis der Prüfung ist ein Bericht u. a. mit einer Empfehlung zur
weiteren Vorgehensweise. |
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Durch Begehungen, Interviews und Beobachtungen sowie Einsichtnahme
in Dokumente und Aufzeichnungen erfolgt die Begutachtung des Managementsystems
vor Ort. |
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Festgestellte Abweichungen müssen nachweislich behoben werden.
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Erteilung der Zertifizierung durch das Zertifizierungsgremium
und Ausstellung von Zertifikat und Zertifikatssymbol sowie Registrierung |
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Einmal jährlich findet ein Überwachungsaudit statt. Inhalte
sind die Bestätigung der Aufrecht-erhaltung und die gezielte Weiterentwicklung
des QM-Systems |
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Nach 3 Jahren findet ein vollständiger Wiederho-laudit zur
Verlängerung des Zertifikats für weitere 3 Jahre statt. Auch hier ist die
Weiterentwicklung des QM-Systems ein wesentlicher Bestandteil. |
Sollten Sie weitere Fragen rund um die
Zertifikatsfamilie - "Qualitätssiegel Geriatrie" haben, so stehen
wir Ihnen selbstverständlich gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Auditchecklisten des Qualitätssiegels Geriatrie
| Die Auditchecklisten können bei der Geschäftsstelle
des Bundesverbandes Geriatrie angefordert werden. |
Liste der zertifizierten Einrichtungen
- Klinik für Geriatrie Natruper Holz (Klinikum Osnabrück GmbH), Osnabrück
(Leitung Herr Hon.-Prof. Dr. Lüttje); Erstzertifizierung Oktober 2005
- Klinik f. med. Geriatrie und Rehabilitation und Tagesklinik (Klinikum
Bremen-Nord gGmbH), Bremen (Leitung Herr Prof. Dr. Wrobel); Erstzertifizierung
Oktober 2005
- Ev. Krankenhaus Gesundbrunnen gGmbH, Hofgeismar, (Ärztlicher
Direktor: Prof. Dr. med. Werner Vogel); Erstzertifizierung Oktober 2005
- Antoniuszentrum GmbH - Zentrum für Geriatrie und Rehabilitation,
Tönisvorst (Leitung: Herr Dr. Caspers); Erstzertifizierung März
2006
- Asklepios Paulinen Klinik - Abteilung für Geriatrie und Rehabilitation,
Wiesbaden (Leitung: Herr Dr. Knauf); Erstzertifizierung April 2006
- Klinik für Geriatrische Rehabilitation Maria Frieden,
Telgte (Leitung: Frau PD Dr. Elkeles); Erstzertifizierung Mai 2006
- Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation,
Bremen (Leitung: Herr Dr. Brabant); Erstzertifizierung Mai 2006
- Evangelisches Zentrum für Altersmedizin, Potsdam (Leitung:
Frau Dr. Lenzen-Großimlinghaus); Erstzertifizierung September 2006
- Klinik für Geriatrie des Klinikums Wetzlar-Braunfels,
Braunfels (Leitung: Herr Dr. med. G. Post); Erstzertifizierung Oktober 2006
- Klinik für Neurologische und Geriatrische Rehabilitation,
KWA Klinik Stift Rottal, Bad Griesbach (Leitung: Herr CA Dr. med. Christoph
Garner); Erstzertifizierung Dezember 2006
- Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau Krankenhausbetriebs gGmbH,
Berlin (Leitung: Frau CÄ Dr. med. Bettina Steinmüller); Erstzertifizierung
März 2007
- Geriatrische Rehabilitationsklinik Radeburg GmbH, Radeburg
(Leitung: Frau CÄ Dipl. med. Sabine Vodenitscharov); Erstzertifizierung März
2007
- Kliniken Erlabrunn gGmbH, Breitenbrunn (Leitung: Herr Dr. med. habil.
W. Zwingenberger); Erstzertifizierung April 2007
- Ev. Krankenhaus Enger gGmbH, Enger (Leitung: Dr. med. Ute
Krys); Erstzertifizierung April 2007
- Fachklinik für Geriatrie - St. Elisabeth Krankenhaus, Lengenfeld
unterm Stein (Leitung: Dr. med. Ulrich Franke); Erstzertifizierung Oktober
2007
- Mainz-Kinzing-Kliniken - Kreiskrankenhaus Schlüchtern,
Schlüchtern (Leitung: Dr. med. Alexander Große); Erstzertifizierung
März 2008
- Evangelisches Krankenhaus Hubertus Krankenhausbetriebs gGmbH,
Berlin (Leitung: Dr. med. Hans-Jürgen Nabel); Erstzertifizierung Dezember
2008
- Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf gGmbH - Fachbereich
Geriatrie, Hamburg (Leitung: Frau Prof. Dr. Cornelia Spamer); Erstzertifizierung
Mai 2009
- Klinikum Bad Hersfeld GmbH - Zentrum für Klinische Geriatrie,(Leitung:
Dr. med. Axel Saure / Dr. med. Helwig May); Erstzertifizierung Juni 2009
- Oberhavel Kliniken GmbH - Abteilung Geriatrie, stationärer Bereich,
Hennigsdorf, (Leitung: CÄ Dr. med. Sigrid Schadow); Erstzertifizierung
August 2009
- HELIOS Geriatriezentrum Zwenkau (Leitung: CA Dr. med. Ralf Sultzer);
Erstzertifizierung Dezember 2009
- Krankenhaus St. Barabra Attendorn GmbH, Fachabteilung Geriatrie mit Tagesklinik
(Leitung: CA Dr. med. Thomas Heimig); Erstzertifizierung Dezember 2009
- MEDIGREIF Parkklinik GmbH, Greifswald (Leitung: OMR Prof. Dr. sc.
med. Dietmar Enderlein); Erstzertifizierung März 2010
- Städtisches Klinikum München GmbH, Klinikum Neuperlach
- Zentrum für Akutgeriatrie und Frührehabilitation (Leitung: Herr
CA Dr. med. Wilfried Wüst); Erstzertifizierung Mai 2010
- Klinikum Bremen-Ost gGmbH, Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation,
Tagesklinik Geriatrie (Leitung: Herr Dr. Thomas Hilmer und Herr Dr. med. Rudolf
Siegert ); Erstzertifizierung Juni 2010
- Klinikum Stadt Soest, Klinik für Altersmedizin mit den Bereichen
Klinik für Geriatrie und Alterstraumatologie, Geriatrische Tagesklinik
(Leitung: Herr Dr. med. Thomas Keweloh); Erstzertifizierung Juni 2010
- Geriatrische Rehabilitationsklinik Dresden (Leitung: Frau Dr. med.
Christina Naumann); Erstzertifizierung Juli 2010